April 2026
Ein Rausch der Sinne
Sergei Rachmaninoff
Vocalise op. 34 Nr. 14 Fassung für Orchester (1915)
Adagio
Ludwig van Beethoven
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58 (1805–1806)
Nikolai Rimski-Korsakow
Scheherazade op. 35, sinfonische Dichtung (1888)
Seth Schultheis, Klavier
(Beethoven Telekom Competition Gewinner)
Raphaël Merlin, Leitung
Ein einziger, atmender Ton eröffnet den Abend: In der Vocalise von Sergei Rachmaninoff entfaltet sich Gesang ohne Worte. Das Adagio schwebt zwischen Melancholie und Wärme, zwischen innerer Einkehr und weit gespannter Orchesterfarbe – Musik als reine Empfindung, jenseits der Sprache.
Mit dem 4. Klavierkonzert G-Dur op. 58 führt Ludwig van Beethoven in eine neue Dimension des Dialogs. Nicht das Orchester, sondern das Klavier beginnt – leise, tastend, poetisch. Aus diesem intimen Moment entwickelt sich ein Werk von außergewöhnlicher Balance: lyrische Weite im ersten Satz, existenzieller Widerstreit im Andante, tänzerische Befreiung im finalen Rondo. Solist des Abends ist Seth Schultheis, Gewinner der Beethoven Telekom Competition, der dieses Konzert als dramatisches Zwiegespräch zwischen Individuum und Kollektiv gestaltet.
Nach der Pause öffnet sich der Vorhang zu einer Welt aus Farben, Düften und Abenteuern: Scheherazade op. 35 von Nikolai Rimsky-Korsakov ist orchestrale Erzählkunst in Vollendung. Inspiriert von „Tausendundeine Nacht“ entfaltet sich ein Klangrausch aus schimmernden Streicherlinien, exotischen Rhythmen und virtuosen Soli. Das Meer rauscht, Schiffe zerschellen, Feste explodieren in leuchtender Pracht – und über allem erhebt sich immer wieder die Stimme Scheherazades, die mit ihrer Erzählkunst Leben rettet.