KAMMERORCHESTER
Klassische Philharmonie Bonn
Seit über 50 Jahren verbindet die Klassische Philharmonie Bonn professionelle Orchesterarbeit mit der Förderung des musikalischen Nachwuchses. Im Zentrum steht dabei die Zusammenarbeit von erfahrenen Orchestermusikerinnen und -musikern mit jungen Talenten am Übergang vom Studium in das Berufsleben. Dieses Modell prägt bis heute die künstlerische Arbeit des Orchesters und seine bundesweite Konzerttätigkeit.
Die Entstehung
Ausgangspunkt war das von Heribert Beissel gegründete „Chur Cölnische Instrumentalensemble“. Bereits damals entstand die Idee, jungen Musikerinnen und Musikern nicht nur eine akademische Ausbildung zu ermöglichen, sondern ihnen frühzeitig praktische Erfahrungen im professionellen Konzertbetrieb zu vermitteln. Daraus entwickelte sich die internationale Orchesterakademie und später die heutige Klassische Philharmonie Bonn. Dieser Gedanke bildet bis heute einen wesentlichen Teil des Profils des Orchesters.
Nachwuchsförderung und Berufseinstieg
Junge Musikerinnen und Musiker spielen gemeinsam mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen und können sowohl in Tutti- als auch in verantwortungsvollen Stimmführerpositionen Erfahrungen sammeln. Sie erleben professionelle Probenphasen, Tourneen und Konzerte in großen deutschen Konzertsälen und lernen damit unmittelbar die Anforderungen des Berufsalltags eines Orchestermusikers kennen. Eine besondere Funktion übernimmt die Klassische Philharmonie Bonn dabei als Schnittstelle zwischen Studium und Berufseinstieg. Gerade die Zeit nach dem Abschluss des Musikstudiums und vor dem ersten festen Engagement in einem professionellen Orchester ist für viele Musikerinnen und Musiker eine entscheidende Übergangsphase. Hier setzt die Arbeit der Klassischen Philharmonie Bonn an. Das Orchester bietet jungen Absolventinnen und Absolventen die Möglichkeit, nach dem Studium kontinuierlich auf professionellem Niveau zu arbeiten, Orchestererfahrung zu sammeln und sich auf Probespiele und den Einstieg in ein festes Engagement vorzubereiten. Dabei geht es nicht allein um Spielpraxis. Die Musikerinnen und Musiker lernen auch die organisatorischen, künstlerischen und persönlichen Anforderungen eines professionellen Orchesteralltags kennen. Die Klassische Philharmonie Bonn versteht sich damit als Bindeglied zwischen Hochschule und professionellem Berufsleben.
Die Konzertreihe „Wiener Klassik“
Um diese Verbindung von Nachwuchsförderung und professioneller Konzertpraxis dauerhaft zu ermöglichen, wurde 1986 die Konzertreihe „Wiener Klassik“ ins Leben gerufen.Sie bildet bis heute einen wesentlichen Bestandteil der Arbeit der Klassischen Philharmonie Bonn. In zahlreichen deutschen Städten erhalten junge Musikerinnen und Musiker dadurch die Möglichkeit, gemeinsam mit erfahrenen Profis in etablierten Konzertsälen aufzutreten und sich unter realen beruflichen Bedingungen weiterzuentwickeln. Mit jährlich rund 60 bis 70 Konzerten verfügt die Klassische Philharmonie Bonn über eine kontinuierliche bundesweite Konzerttätigkeit. Hinzu kommen Gastspiele, Festivalauftritte und internationale Konzertreisen. Die Verbindung von regelmäßigen Probenphasen, Tourneealltag, wechselnden Programmen und der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Dirigentinnen und Dirigenten sowie Solistinnen und Solisten schafft dabei Erfahrungen, die über den klassischen Hochschul- und Ausbildungsbetrieb hinausgehen.
Tradition und Weiterentwicklung
Gleichzeitig entwickelt die Klassische Philharmonie Bonn ihr künstlerisches Profil kontinuierlich weiter. Neben der Arbeit mit dem klassischen und romantischen Repertoire entstehen neue Programme und Konzertformate, die sich mit der Frage beschäftigen, wie klassische Musik heute vermittelt und für unterschiedliche Publikumsgruppen zugänglich gemacht werden kann. Dabei werden auch digitale Möglichkeiten und neue Technologien in die Konzertgestaltung einbezogen. Ein Beispiel ist die Entwicklung und Integration von Avataren, mit denen neue Formen der musikalischen Vermittlung und Dramaturgie erprobt werden. Neue Technologien sollen dabei das traditionelle Konzert nicht ersetzen. Sie werden dort eingesetzt, wo sie inhaltlich und künstlerisch sinnvoll sind und neue Perspektiven auf Musik, Werke und deren Vermittlung eröffnen können. Die Klassische Philharmonie Bonn verbindet damit ihre über Jahrzehnte gewachsene Orchester- und Nachwuchsarbeit mit der Entwicklung neuer Konzertformen. Dieser Austausch zwischen Tradition und Innovation soll auch in den kommenden Jahren die Arbeit des Orchesters prägen.
Das heutige Leitungsteam
Die Klassische Philharmonie Bonn wird heute von einem Team geleitet, das die organisatorische, künstlerische und strategische Weiterentwicklung des Orchesters gemeinsam verantwortet. Nils Liepe ist als Geschäftsführender Intendant für die wirtschaftliche und strategische Leitung der Klassischen Philharmonie Bonn verantwortlich. Moritz Ter-Nedden verantwortet als Orchesterdirektor zentrale Bereiche der orchestralen und künstlerischen Arbeit. Niklas Liepe ist im Bereich Künstlerische Projektentwicklung für die Entwicklung neuer Programme, Kooperationen und künstlerischer Formate zuständig. Gemeinsam führt das Team den ursprünglichen Gedanken des Orchesters weiter: jungen Musikerinnen und Musikern den Übergang vom Studium in das professionelle Berufsleben zu ermöglichen und zugleich die künstlerische und strukturelle Entwicklung der Klassischen Philharmonie Bonn fortzuführen.