Revolutionäre aus Wien
Haydn und Beethoven im Wettstreit

Anouchka Hack Cello

Carl Philipp Emanuel Bach – Sinfonie h-Moll Wq 182/5 (H 661) für Streichorchester
Joseph Haydn – Streichquartett C-Dur op. 76 Nr. 3 „Kaiserquartett“
in der Fassung für Streichorchester
Ludwig van Beethoven – Sonate Nr. 9 A-Dur für Violine und Klavier op. 47 „Kreutzersonate“
in der Fassung für Streichorchester und Cello Solo

Mit der vierten Tour der neuen Saison widmet sich die Klassische Philharmonie Bonn einem Programm, das die Kraft der Veränderung hörbar macht. Unter dem Titel „Revolutionäre aus Wien – Haydn und Beethoven im Wettstreit“ begegnen sich drei Komponisten, die auf ganz eigene Weise musikalische Grenzen verschoben haben: Carl Philipp Emanuel Bach, Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven.

Den Auftakt bildet Carl Philipp Emanuel Bachs Sinfonie h-Moll Wq 182/5 für Streichorchester. Ihre Musik ist wach, beweglich und voller Kontraste. Zwischen empfindsamer Innigkeit und plötzlicher Energie öffnet sie den Blick auf eine Zeit, in der sich die Musik von höfischer Eleganz hin zu persönlichem Ausdruck entwickelte.

Joseph Haydns berühmtes Streichquartett C-Dur op. 76 Nr. 3, bekannt als „Kaiserquartett“, erscheint in der Fassung für Streichorchester. Hier verbindet sich klassische Formvollendung mit warmer Klangfülle. Besonders das kantable Adagio, dessen Thema später zur Melodie der deutschen Nationalhymne wurde, zeigt Haydns Kunst, Einfachheit und Würde in große musikalische Wirkung zu verwandeln.

Nach der Pause steht Beethoven im Zentrum: die „Kreutzersonate“ in einer Fassung für Streichorchester und Cello solo. Ursprünglich für Violine und Klavier geschrieben, zählt sie zu Beethovens leidenschaftlichsten Werken. In dieser Besetzung gewinnt die Musik eine neue, fast dramatische Körperlichkeit. Virtuose Spannung, lyrische Tiefe und eruptive Energie treten unmittelbar hervor.

Geleitet wird das Konzert von Liubov Nosova. Den Solopart übernimmt Anouchka Hack am Cello. Gemeinsam mit dem Streichorchester entsteht ein Abend, der Wiener Klangkultur nicht als historische Erinnerung, sondern als lebendige Gegenwart erfahrbar macht: elegant, spannungsvoll und voller Ausdruck.

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