Cellist Sebastian Fritsch im Interview

Nach einem erfolgreichen Saisonstart mit Hans Suh am Klavier und Marc Niemann am Dirigentenpult laufen bereits die Vorbereitungen für die nächsten Konzerte.

Solist bei den Konzerten in Wiesbaden (10.11.), Stuttgart (16.11.), Nürnberg (17.11.), Karlsruhe (18.11.), Hamburg (27.11.), Bielefeld (28.11.) und Berlin (29.11.) ist der Cellist Sebastian Fritsch (Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs 2019). Vorab hat er mit uns ein kleines Interview geführt:

Herr Fritsch, wie sind Sie zum Cello gekommen?
In der Schule wurden Instrumente vorgestellt und ich habe mich sofort in das Cello verliebt – der Klang ging mir direkt ins Herz. Mit elf Jahren bin ich dann zu meiner Lehrerin Lisa Neßling gekommen und ab dem Zeitpunkt war der Weg für mich absolut klar. Sie hat mir nicht nur ihr technisches Wissen vermittelt, sondern mich vor allem mit ihrer Liebe zur Musik begeistert. Bei Jean-Guihen Queyras habe ich dann in Freiburg meinen Bachelor und später dann in Weimar meinen Master bei Wolfgang Emanuel Schmidt gemacht. Aktuell setze ich meine Studien ebenfalls bei Prof. Schmidt an der Kronberg Academy fort, was für mich eine große Bereicherung ist. Der Studiengang dort heißt „Professional Studies“, und wird in meinem Fall durch das Arpeggione Patronat gefördert. Man erhält die Möglichkeit führenden Musikerpersönlichkeiten zu Begegnen. So wurde ich beispielsweise in der Arbeit mit Christoph Eschenbach, Kirill Gerstein, Martin Helmchen, Antoine Tamestit und Tabea Zimmermann sehr inspiriert. Das ist einmalig und macht Kronberg zu einer ganz besonderen Ausbildungsstätte. Bis heute arbeite ich aber immer wieder mit meiner ersten Lehrerin Lisa Neßling. Sie begleitet meinen Weg nun schon so lange und ich bin dankbar immer wieder ihren Rat zu hören, wenn ich ihn brauche

Haben Sie jetzt bereits einen Schwerpunkt oder eine Tendenz, in welche Richtung Sie in Zukunft gehen wollen?
Seit einem Jahr bin ich Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Dadurch hat sich für mich natürlich eine ganz neue Welt des Konzert- und Opernrepertoires eröffnet, in die ich bis dahin nicht eingetaucht war. Aber es ist vor allem die Abwechslung zwischen meiner solistischen Tätigkeit, oder kammermusikalischen Projekten, und meiner Stelle in Dresden, die mich musikalisch sehr bereichert.

2019 haben Sie den Deutschen Musikwettbewerb gewonnen, was natürlich auch noch mal einen Karrieresprung gebracht hat. Was hat Ihnen dieser Wettbewerbs-Erfolg – neben zahlreichen anderen – bedeutet?
Alleine die Teilnahme an einem Wettbewerb ist immer ein Ziel, das ich mir ganz persönlich setze. Denn schon die Vorbereitung bringt eine gewisse Stringenz mit sich und man reift jedes Mal musikalisch und als Künstler daran. Wenn die Vorbereitung dann mit Erfolg gekrönt wird, freue ich mich natürlich sehr. Der DMW hatte für mich in der Hinsicht eine große Bedeutung, weil mit dem Gewinn u.a. auch meine erste CD Produktion beim Label Genuin verbunden war. Für mich war das eine sehr spannende und intensive Zeit. Aber es waren und sind noch immer tolle Konzertgelegenheiten mit meinem Ensemble, dem „Stuttgarter Kammerduo“, oder zusammen mit meiner Pianistin Naoko Sonoda und Konzerten als Solist mit Orchester, die durch die Preisträgerreihe und die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler gefördert werden.

Mit der Klassischen Philharmonie Bonn spielen Sie im November das Cellokonzert von Robert Schumann. Welchen Bezug haben Sie zu diesem Werk?
Meiner Meinung nach ist Schumanns Cellokonzert ein ganz besonders schönes Werk. Es begleitet mich schon viele Jahre und trotzdem entdecke ich es immer wieder neu. Das ganze Konzert wirkt wie aus einem Guss, denn durch die fließenden Übergänge der Sätze, und den symphonischen Charakter sind alle Stimmen ineinander verwoben. Es gibt somit auch keine klassische Aufteilung zwischen dem solistischen Part und dem Orchester. Es scheint manchmal eher wie eine große Kammermusik. Ich freue mich sehr auf achtmal Schumann Konzert mit der Klassischen Philharmonie Bonn unter der Leitung von Alexander Hülshoff, mit der ich zum ersten Mal zusammenspielen werde.